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Wallfahrt nach Klausen

Fußwallfahrt nach Klausen

Die traditionelle Fußwallfahrt der Zeller nach Klausen findet wie in jedem Jahr am Wochenende nach Pfingsten statt; der Sonntag, an dem die Wallfahrer zurückerwartet werden, ist der Dreifaltigkeitssonntag, hier in unserer Gegend mittlerweile eher bekannt als Farraderlebnistag "Happy Mosel".

So fand auch im Jahr 2008 die Fußwallfahrt am Samstag und Sonntag, 17. und 18. Mai statt. Etwa 60 Personen verschiedenen Alters machten sich auf die knapp 40 km lange Strecke, auf der sie die Zeit zum Beten und Singen ebenso nutzten wie auch die Möglichkeit schätzten, an den Rastplätzen miteinander ins Gespräch zu kommen. In Klausen eingetroffen, feierte Pater Meyer mit der Gruppe einen kurzen Gottesdienst mit eucharistischem Segen. Trotz der Belastung ließ es sich ein kleinerer Teil der Gruppe nicht nehmen, am folgenden Tag auch den Rückweg zu Fuß zu bewältigen. Immer wieder ist es ein bewegender Moment, sowohl für die Wallfahrer als auch für die Daheimgebliebenen, wenn die Glocken der Zeller Kirche erklingen und der Abschlussgottesdienst mit Te Deum gefeiert wird.

Bildercollage: Fußwallfahrt nach Klausen 2007

Aus der Geschichte der Zeller Klausenwallfahrer

Alljährlich im September wallfahren Zeller und Kaimter Christen seit 1648
nach Klausen, seit 1869 auch im Mai eines jeden Jahres. Es ist anzunehmen, dass Zeller bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach Klausen gingen, da im Jahre 1456 die Augustiner-Chorherren von Springiersbach, die auch die Seelsorger der Pfarrei Zell waren, zur Betreuung nach Klausen berufen wurden. Die Merler werden erst ab 1826 in Klausen erwähnt. Etwa ein Jahrhundert später, von 1528 bis 1556 ist ein Kaimter (Matthias v. Kaimt, 1528-1542) und ein Zeller (Nikolaus Kaldenfels, 1542-1556) Prior in diesem Chorherrenstift. Am 10.9.1886 wird die Rekordzahl von 400 Zeller Pilgern, in Begleitung ihres Pastors August Schmitz, aus Klausen gemeldet. Als die Eisenbahn im 19. Jahrhundert fuhr, entstand ein Streit, da einige nicht mehr oder vielmehr nur noch kurze Strecken gehen wollten. Vo da an gab es im Jahr zwei Wallfahrten, die traditionelle Fußwallfahrt und eine Zug- bzw. heutige Buswallfahrt für ältere und gehbehinderte Menschen.
Ab 2004 hat Pastor Diederichs noch zusätzlich zu einer Rad-Wallfahrt eingeladen, die in der Regel im September stattfindet.

Klausenwallfahrer 2010

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Fahrradwallfahrt 2012

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Bericht über die Fahrradwallfahrt 2008

Am 13. September 2008 trafen sich 23 Mutige um 7.00 Uhr an der Kirche in Zell, um nach dem Aussendungsgottesdienst nach Klausen zu fahren. Auf dem Weg dorthin durchlebten wir Höhen und Tiefen, fuhren auf engen und breiten Wegen, asphaltierten Straßen und ein kurzes Stück durch holpriges Gelände, trafen auf offene und verschlossene Kirchentüren, spürten, wie es ist, wenn einem selbst oder dem Reifen die Luft ausgeht und hatten so manch anderes Erlebnis. Und da es kein schlechtes Wetter, sondern nur unangemessene Ausrüstung gibt, fuhren wir bei bestem Fahrradwetter. Anlässlich des Paulus-jahres hörten wir zur Aussendung und bei Statio in der Kirche in Bengel Lesungen aus den Briefen des Paulus. Manchen mag es getröstet haben, dass auch er die Mühsal des Lebens gekannt und trotzdem durchgehalten hat.
Eine Überraschung erlebten wir in Platten: Die Kirche war abgeschlossen, auf Grund des bereits erwähnten guten Wetters fiel die Statio buchstäb-lich ins Wasser. In Klausen angekommen suchten wir zuerst den Beistand der Mutter Gottes und feierten die Messe mit. Der nächste Weg führte zu einem Unterstand für die Räder und in die Gaststätte, wo wir uns für den Rückweg stärkten. Den Rückweg konnten wir trotz einiger Hindernisse, es sei nur der Reiler Hals erwähnt, weite Strecken rollen lassen. Die Aussicht auf eine warme Dusche verlieh auch an Stellen Kraft, die man vorher für nahezu unüberwindlich gehalten hatte. Obwohl der Trainingszustand der Teilnehmer unterschiedlich war, musste keiner alleine fahren oder gehen und jeder kam, mehr oder weniger nass und müde, gut gelaunt an der Fußgängerbrücke in Kaimt an. Dort holte uns Pastor Diederichs mit der Radkleidung unter dem Messgewand und zwei Messdienerinnen im Schlepptau ab. Mit mehr Wasser in den Schuhen als in der Flasche gingen wir das letzte Stück in Prozession zur Kirche, wo wir die Wallfahrt mit einem feierlichen Te Deum und dem eucharis-tischen Segen abschlossen. Auch wenn die Pfützen auf dem Weg knöcheltief waren, fiel die Radwallfahrt nicht ins Wasser. Haben Sie Mut und fahren Sie doch nächstes Jahr mit!

Ein herzlicher Dank gilt Herrn Stolz, der uns mit dem Auto begleitet und unser Gepäck transportiert hat.
Raphael Collinet

Fahrradwallfahrt Sept. 2010