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St. Maria Magdalena in Bullay

Aktuelles

Auslage des Pfarrbriefes Zeller Hamm in Bullay:

Ab Januar 2017 wird der Pfarrbrief an folgenden Stellen zu Mitnahme ausgelegt:
Pfarrkirche St. Maria Magdalena,
im Kindergarten St. Maria Magdalena,
im Edeka-Markt Nelius,
Im Cafè Görgen
und bei Blumen Mohr.






Katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena:
Im Jahr 1617 wurde in Bullay eine kleine Kapelle mit angrenzendem Friedhof erbaut; das alte katholische Kirchlein stand am heutigen Lindenplatz und war als selbstständige Pfarrkirche eine der ältesten an der Mosel. Im Jahr 1867 war dieses Kirchlein in einem schlechten Zustand und fasste kaum die Hälfte der Einwohner. So wurde der Bau einer neuen Kirche erforderlich. Das alte Kirchlein wurde 1877 abgerissen. Im November 1869 wurden erste Pläne verworfen und im April 1870 der Architekt August Rinklake aus Düsseldorf mit dem Neubau einer Kirche im gotischen Stil beauftragt. Am 27. August 1871 war die Grundsteinlegung der Kirche, der Bau der Kirche erfolgte durch Maurermeister Röder aus Alf. Das Kirchenschiff war in Ost-West-Linie zur Mosel hin gerichtet, einen Glockenturm gab es nicht, nur eine Turmspitze auf dem Kirchenschiff. Die Kosten für Rohbau, Empore und Kirchengestühl beliefen sich auf 11.772 Thaler. Im September 1873 wurde die Kirche eingesegnet und der Benutzung übergeben, die feierliche Einweihung erfolgte jedoch erst im September 1875 durch Bischof Dr. Eberhard
von Trier. Sie erhielt den Namen „Kirche der Heiligen Maria Magdalena“ und war der Pfarrei Merl unterstellt. In der Kirche befinden sich ein Magdalenen-Kirchenaltar, eine Kreuzigungsgruppe aus dem 16. Jahrhundert sowie eine spätbarocke Magdalenenfigur. Die alte aus dem Jahr 1880 stammende Orgel wurde 1922 ersetzt.Unter Vikar Heinrich Lüssem konnte die Kirche im Jahr 1936 völlig neu gestaltet werden. Das ehemalige Längsschiff der Kirche wurde nun als Breite genommen und die Kirche in Richtung Süden erweitert. Sie bot nun den dreifachen Raum, auf einen Turm musste weiterhin aus finanziellen Gründen verzichtet werden. Die Glocken hingen an einem überdachten Gerüst im Pfarrgarten. Nachdem Bullay nun seit einigen hundert Jahren nur als kirchliche Kapellengemeinde gegolten hatte, die Merl unterstellt war, wurde sie am 18.
August 1943 zur Pfarrei erklärt. Bereits 1949 begannen die Arbeiten am Fundament eines Kirchturms, der in den Jahren 1952 und 1953 einschließlich Glockenstuhl und einer neuen Glocke innerhalb kurzer Zeit fertig gestellt wurde. Das elektrische Geläut verfügt über drei Glocken (eine Glocke aus der alten Kirche von 1776, eine Glocke 1930 umgegossen und eine Glocke von 1951) und wurde erstmals am Weihnachtsfest 1953 geläutet. Da die Kirche im Krieg durch Artillerietreffer stark gelitten hatte und fast die gesamte Verglasung vernichtet war, erfolgte 1956 die Erneuerung des Außenputzes. Der bergseitige Eingang
wurde völlig neu gestaltet und das Innere der Kirche renoviert. Im Zusammenhang mit dem II. Vatikanischen Konzil, das 1965 endete, wurden in der Bullayer Kirche
umfangreiche Veränderungen vorgenommen, die 1975 abgeschlossen wurden. Es wurde eine Kassettendecke eingezogen, die Orgel- und Emporenverkleidung modernisiert, Kanzel und Kommunionbank entfernt und der Altar gegen einen Altartisch mit Pult aus portugiesischem rosafarbenen Marmor getauscht, der durch Bildhauer Scherl aus Wittlich gestaltet wurde.
Am 22.07.2012, dem Patronatsfest, wurde im Altar der Kirche eine Reliquie der Seligen Mutter Rosa Flesch beigesetzt. Als Margaretha Flesch wurde sie am 24. Februar 1826 in Schönstatt bei Vallendar geboren und starb am 25. März 1906 im Kloster Marienhaus bei Waldbreitbach. Sie war die Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen von der allerseligsten Jungfrau Maria von den Engeln. Mutter Rosa wurde 2008 von der katholischen Kirche seliggesprochen.

Sehenswert in der Bullayer Kirche sind der Seitenaltar (Retabel), eine Kreuzigungsgruppe und die Marienfigur:

Das Retabel (Seitenaltar / Altaraufsatz) ist eine Bildwand aus Sandstein, die in der Bildhauerwerkstatt Hofmann in Trier gefertigt wurde und 1618 errichtet wurde. Stifter ist Pastor Daniel Engelen. Es hat in der Kriegs- und Nachkriegszeit viele Jahre auf dem Speicher gelegen und wurde nach der Restaurierung am Pfingstfest 1975 an der derzeitigen Stelle wieder aufgestellt. Die Inschrift lautet übersetzt: “Zur Ehre Gottes, des Dreieinigen und des Höchsten und des Mächtigsten und zur Ehre der Jungfrau Maria Magdalena und der anderen Heiligen Petrus und Paulus trug dafür Sorge, dass dieser Altar errichtet wurde der ehrwürdige Herr Daniel Engelen, Rektor aus Mergenburgh (Marienburg), Pastor in Boley (Bullay) im Jahre 1618. Er war standhaft im Glauben und in der Hoffnung und in der Liebe“.
Die Kreuzigungsgruppe stammt aus der Zeit um 1520. Wann und woher diese Gruppe nach Bullay kam, ist nicht bekannt.Unter dem Kreuz des Herrn stehen rechts Maria Magdalena und links sein Lieblingsjünger Johannes. Am Fuß des Kreuzes
kniet Maria Magdalena, die Schutzpatronin von Bullay. Pfarrer Franz Hoefer ließ die Gruppe vom Restaurator Franz Niespor aus Zell-Kaimt wiederherstellen und im Dezember 1978 an seinem derzeitigen Platz aufstellen.
Die Figur der Maria Magdalena stammt aus der Zeit um 1750/70, ihre Herkunft ist nicht bekannt. Im bäuerlichen Barock dargestellt trägt sie einen Salbentopf und ein Leinentuch; sie ist auf dem Weg zum Grab, um dort den Leichnam des Herrn zu salben.
Kapelle im Tal:
Die Kapelle im Tal wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut; sie ist bereits in einem Flurstückplan von 183 verzeichnet. 1978 wurde die Kapelle umfassend saniert, dabei wurde das Dach neu eingedeckt, die Eingangstür erneuert,
die Fenster wurden bleiverglast und die Kapelle wurde innen und außen neu gestrichen. (Backsteinfassade, um 1900)
Magdalenen Kapelle:
Die gotische Kapelle wurde 1657 gebaut. Ein Gedenkstein an der Außenwand rechts neben dem Eingang erinnert an die Stifter Johannes und Margareta Peule. Die Inschrift lautet übersetzt: „Diese kleine Kapelle wurde geschaffen von Johannes Peule und Margareta seiner Ehefrau im Jahre 1657“. Im Jahre 1688 wurde ergänzend die Deckenmalerei geschaffen. Auf Holz gemalt, zeigt sie in der Mitte
die Hl. Dreifaltigkeit, ringsum 12 Darstellungen aus dem Rosenkranz (Lebensweg Christi), an der Altarwand das Jüngste Gericht mit den Hl. Johannes und Margareta (ein Hinweis auf die Stifter) und der Jahreszahl 1688. Darüber sind die vier Evangelisten zu sehen und über dem Eingang das Bild der Hl. Magdalena. 1969 wurde die Magdalenenkapelle restauriert.
Die Figur des guten Hirten vor dem Eingang in die Kirche

Friedhof:
Nachdem der alte Friedhof am Lindenplatz bereits seit 30 Jahren nicht mehr für
Begräbnisse frei gegeben war, wurde er 1949 eingeebnet und die Friedhofsmauer
abgebrochen. 1913 wurden erste Pläne zur Verlegung des Friedhofs gemacht, jedoch 1919 aus Kostengründen aufgegeben. Erst im März 1924 wurde der neue Friedhof „Auf der Purth“ beantragt und im Jahr 1925 eingeweiht und belegt.

(Texte und Bilder: Bernward Große Sandermann, Vorsitzender PGR Bullay)