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Weihnachten entgegen

Weihnachten 2015

Weihnachten entgegen – Gedanken zur Adventszeit 2015

1. Dezember

Advent – was wir heute die Vorbereitungszeit auf Weihnachten nennen, war in den Anfängen der jungen Christenheit die Erwartung auf die Wiederkunft des Herrn. Für die frühe Kirche war die Wiederkehr Christi nicht irgendein Fest im Laufe des Jahres, sondern das Grundthema ihres Glaubens schlechthin. „Advent“ heißt Hoffnung auf endgültige Rettung über den Tod hinaus, auf das Reich Gottes, dass es sich für alle Welt entfalte.

2. Dezember
Der Adventskranz mit seinem von Sonntag zu Sonntag wachsenden Licht ist ein Symbol „nach vorne“, ein Hinweis auf Christus als das Leben und das Licht der Welt. In diesem „Licht vom Lichte“ begründet sich unsere Sehnsucht nach dem, was über Zeit und Raum endlos hinausgeht. – Und von dieser Hoffnung leben wir: Mit dem Licht von Bethlehem ist die Finsternis in und um uns endgültig vergangen.

3. Dezember
In allem sind wir angenommen, auch in dem, was in unserem Leben nicht oder weniger gut gelingt. So wie wir sind, hat uns Gott ins Leben gerufen und mit seiner Liebe begabt. Seit der Weih-Nacht in Bethlehem wissen wir: Das in Jesus aufstrahlende Licht wird niemals mehr verlöschen – nicht hier und nicht jenseits von Zeit und Raum.

4. Dezember
„O komm, o komm, Immanuel...“ So singen und beten wir im Advent. Damit beschreiben wir (auch) unsere Sehnsucht nach dem Licht und der Weite hinter allen Grenzen. „Alles beginnt mit der Sehnsucht“ (Nelly Sachs). Der heilige Augustinus sagt es nicht anders: „Unruhig ist unser Herz, bis es zur Ruhe kommt bei dir, mein Gott.“

5. Dezember

Advent meint nicht ein Zurückblicken in die Zeit, vielmehr die Hoffnung über alle Zeit hinaus, in der Liebe Gottes das zu finden, was wir in unserer unfertigen Welt vergeblich suchen. Wir Menschen selbst sind adventliche Wesen. Trotz allem Leid und aller Erfahrung von Vergänglichkeit leben wir „auf diese eine Nacht hin“, von der wir Frieden und Heil erwarten.

6. Dezember

Die Hoffnung des Menschen auf Frieden, Liebe und Gerechtigkeit ist letztlich die Sehnsucht nach dem Menschen, wie Gott ihn gemeint hat. Mit Maria wird uns ein solch gelungenes Leben vor Augen gestellt: Maria hört und glaubt. In ihr verwirklicht sich das Einswerden von Gott und Mensch in Jesus Christus.

7. Dezember
Dem Denken und Empfinden des Menschen scheint es wesenseigen zu sein, nach absoluter Sicherheit zu suchen, ohne sie je (ganz) zu erreichen. Am nächsten kommen wir dieser Sicherheit/Sehnsucht, wenn wir immer mehr dem Grund unseres Seins vertrauen – der in Jesus Christus Mensch gewordenen Liebe Gottes.

8. Dezember
Adventskranz und Christbaum verheißen das „neue Licht“, die „Sonne voller Glanz“. Joh 1,9 nennt Christus „das wahre Licht“, das jeden Menschen erleuchtet. Joh 8,12 lässt Jesus von sich selber sagen: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“

9. Dezember
Das zunehmende Licht des Adventskranzes symbolisiert die steigende Erwartung auf die Geburt Jesu, das Grün das Leben an sich und die Kerzen das in der Weih-Nacht endgültig ankommende „Licht der Welt“.
Von dieser Hoffnung leben wir: „Heute ist euch der Retter geboren in der Stadt Davids; er ist Christus, der Herr“ (Lk 2,12).

10. Dezember
„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“, heißt es in Psalm 18. Es sind die Mauern, die wir selbst errichtet haben: Mauern des Schweigens, wo wir reden und handeln müssten, Mauern der Selbstzufriedenheit, die uns den Blick für das Trennende verstellen. Seit Weihnachten gibt es keine Mauern mehr. Christus, das Licht der Welt, leuchtet allen Menschen, auf welcher Seite sie auch stehen.

11. Dezember
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“ (Liedtext). Das soll unsere Antwort auf das Angebot Jesu sein: Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, findet die Wahrheit und das Leben. – Wenn wir in der Liebe wachsen, finden wir mehr und mehr die Türen zu uns selbst und zu den Menschen.

12. Dezember
Die Kugeln am Christbaum – ohne Anfang und Ende, kein Oben und kein Unten, kein Links und kein Rechts – Symbol für das Ganze. Weihnachten meint das Ganze – jeden Einzelnen und alle Menschen in der einen Welt. Die Geburt Jesu ist ein universales Ereignis: „Alle Enden der Erde schauen Gottes Heil“ (Jes 52,10).

13. Dezember
„Ich will nicht angezündet werden und verbrennen“, sagte die kleine Kerze. „Nur wenn du dich anzünden lässt, wirst du, was du wirklich bist“, antwortete das Kind. – Da ging der kleinen Kerze ein Licht auf und sie strahlte und leuchtete, als gelte es, die ganze Welt zu erhellen.

14. Dezember
Musiklärm allerorten – „Stille Nacht, heilige Nacht“ ... Die Menschen hätten den Lärm nicht, wenn sie ihn nicht heimlich wollten. Doch wissen wir: Nur in der Stille finden wir zu uns selbst: Die verborgenen Sprachen zwischen Himmel und Erde werden hörbar und wir nähern uns ein wenig mehr dem Unsagbaren...

15. Dezember

„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. ... Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben...“ So spricht der Engel Maria an – und so beginnt unsere Heilsgeschichte: Maria empfängt durch den Heiligen Geist den Herrn und gibt ihm das irdische Leben. In Jesus ist Gott Mensch geworden – für uns.

16. Dezember

Weihnachten feiern – vieles ist möglich. Da gibt es keine Regeln und keine Norm. Von der Reklame müssen wir uns nicht einreden lassen, was wir schenken und wie wir ein „Frohes Fest“ feiern. Wenn Weihnachten als das Fest der Freundschaft Gottes mit den Menschen erkennbar bleibt, ist es nicht wichtig, ob wir mit Sekt oder Wasser anstoßen.

17. Dezember
Advent heißt ankommen... Unterwegs sein, gemeinsam den Weg bestehen – und ankommen. Wir müssen das Ziel kennen, um auf dem Weg zu bleiben und nicht in Sackgassen zu laufen. Der, auf den wir warten, sagt von sich selbst: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

18. Dezember
Die Hirten in der Weihnachtsgeschichte lassen sich auf die Botschaft des Engels ein. Sie gehen dem Licht nach und erfahren: In Jesus sind Gott und die Menschen eins geworden. – Kann man das erklären? Kann man erklären, warum sich zwei Menschen lieben? Da geschieht etwas, was nicht zu fassen, aber doch wahr und wirklich ist.

19. Dezember

Weihnacht
„Christkind ist da“,
sangen die Engel im Kreise
über der Krippe
immerzu.

Der Esel sagte leise
I-a
und der Ochse sein Muh.

Der Herr der Welten
ließ alles gelten.
Es dürfen auch nahen
ich und du.

Dieses wunderschöne Kindergedicht von Josef Guggenmos fasst die Weihnachtsbotschaft zeitlos gültig zusammen: Es dürfen auch nahen ich und du.

20. Dezember

Advent – die Zeit der Erwartung und der Hoffnung, dass das Licht die Nacht und die Liebe den Hass endgültig besiegen wird. „Entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit“, heißt es in einem Gedicht von Rilke. Mit Freude wollen wir dem „Licht von Bethlehem“ entgegen gehen, dem „Licht der Völker“ und dem „neuen Tag“, der niemals endet.

21. Dezember
Maria und Josef unterwegs, für sich und das ungeborene Kind eine Herberge suchend. Sie stehen vor verschlossenen und zugeschlagenen Türen. Für die dahinter ist das allemal bequemer und unverfänglicher. – Mit der Geburt Jesus wurden uns alle Türen geöffnet. Ob wir die Einladung annehmen, nicht „draußen vor der Tür“ zu bleiben?

22. Dezember
Weihnachten – da ist zuerst von der Freude die Rede, die der Engel verkündet, allen – und nicht nur denen, die einen verdreckten und unbehausten Stall niemals betreten würden. Freude für alle... auch für die, die zu oft vor verschlossenen Türen stehen.

23. Dezember

Mit dem Kind von Bethlehem ist uns ein Licht aufgegangen: Das wahre Licht des Lebens und der Liebe. Gibt es mehr Sinn in unserem Leben, als dieses Licht zu suchen und ihm nachzugehen? – Wir entscheiden selbst, ob uns das einleuchtet und erhellt.

24. Dezember
Weihnachten – die dunkelste und die längste Nacht des Jahres. Mit der Geburt Jesu verdrängt das Licht die Finsternis, die Nächte werden kürzer und die Tage länger. Es wird sichtbar, was Gott den Menschen über den Tag hinaus zugedacht hat: „Das Licht leuchtet in der Finsternis...“ (Joh 1,5).