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Auf ein Wort - unser virtuelles Café

Liebe Leserinnen und Leser!

Auf dieser Seite finden Sie Texte, die Sie einladen möchten, für einen kurzen Augenblick hier zu verweilen.
Stellen Sie sich vor, Sie sind in ein virtuelles Café reingegangen,
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Viel Vergnügen dabei!

Übrigens:
Weitere Texte, die zum Nachdenken anregen wollen, finden Sie in unserem
Archiv.

Auf ein Wort - 2017

Das Wesentliche ist unsichtbar
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ (Exupéry).

Glauben ist nicht Wissen – das ist wohl wahr. Ein solches Reden – manchmal mit negativem Unterton – sagt aber nicht, dass Wissen, weil uns die Dinge unmittelbar vor Augen kommen, in sich einen größeren Wert besitzt als andere Zugänge zur Wirklichkeit.

Ich glaube dir... Ich glaube, dass das, was du sagst, wahr und wirklich ist... Ich glaube, dass der Gott des Lebens und der Liebe in und mit mir ist... Das für uns nicht Verfügbare für wahr und wirklich halten, ist dem, was wir (beweisbar) wissen, nicht unterlegen.

Ohne das, was wir „glauben“ nennen, wäre das (tägliche) Zusammenleben der Menschen gar nicht vorstellbar – wiewohl wir immer die Freiheit haben, auch nein zu sagen zu dem, was beansprucht, glaubend angenommen zu werden.

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde...“ Liegt darin nicht unendlich mehr Sinn als in allem Wissen, das sichtbar vor uns kommt? – Mit Exupéry sind wir der Meinung: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Manfred Reichgeld (23.11.17)


Frei und erlöst
In den Texten des Neuen Testaments wird deutlich, dass sich die wirklichen Fragen des Lebens nicht durch moralische Anweisungen und nicht „durch das Gesetz“ lösen lassen – so wie es die Pharisäer und Schriftgelehrten glaubten.

Es war die Erfahrung von Jesus, dass äußere Tugendkataloge, Postulate und Imperative Menschen in ihrer Entwicklung eher blockieren als sie voranbringen, und zwar nicht, weil die moralischen Zielsetzungen an sich selbst verkehrt wären, sondern weil sie immer weiter ins Unrecht setzen, wenn sie nicht erreicht werden: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“

Jesus wollte jedem Einzelnen den Wert und die Größe seiner eigenen Persönlichkeit wiederzuentdecken helfen – nicht fordern, sich intensiver, nützlicher oder sonst wie einer äußeren Ordnung anzupassen: „Der Sabbat ist für die Menschen da.“

Den Menschen damals in Galiläa und Jerusalem und uns heute sagt Jesus: Ich will, dass ihr eins seid und frei und euch entfaltet wie es eurem göttlichen Wesen entspricht. Vertraut eurem himmlischen Vater, der euch ins Leben rief und diesen Ruf niemals mehr zurücknimmt...

Manfred Reichgeld (06.11.17)


Vertrauen
So wie das Kind Mutter und Vater vertraut und in ihrer Zuneigung und Liebe den wichtigsten Halt erlebt, so erfahren wir in der Haltung des Vertrauens mehr und mehr Zuversicht und eigene Freiheit. Umgekehrt: Ohne Vertrauen würde sich alles in und um uns in nicht endende Angst und Hoffnungslosigkeit verwandeln.

Auf der Suche nach dem (Ur-)Grund unseres Vertrauens finden wir in der Botschaft Jesu den Halt, der uns „über Berge und Täler“ trägt, den Sinn allen Lebens, den Grund unserer Hoffnung, den Jesus Gott nennt – seinen und unseren Vater.

Gott, den Urgrund allen Vertrauens, finden... verändert: durchbricht den Zwang, alles richtig machen zu müssen, anerkannt zu werden und in scheinbarer Sicherheit zu wissen, wo es langgeht... „Gott vertrauen“ bringt uns gleichsam vor uns selbst und befreit von den Krämpfen und Vergeblichkeiten, die uns lähmen.

Das Bedürfnis nach absoluter Sicherheit scheint dem Denken und Empfinden des Menschen wesenseigen zu sein. Ohne sie je (ganz) zu erreichen: am nächsten kommen wir dieser Sicherheit/Sehnsucht, wenn wir dem Grund unseres Seins vertrauen - dem Gott des Lebens und der Liebe.

Manfred Reichgeld (29.09.17)


Die Liebe macht alles neu
In der Liebe wachsen... Das ist die Botschaft Jesu. – In der Liebe wachsen, heißt, der Sprache der Seele entschiedener zu folgen als der Sprache der Sinne. Wir nähern uns dem, was Exupèry „das Eigentliche ist unsichtbar“ nennt, wenn wir mit den Augen der Liebe sehen – und entsprechend handeln.

Nicht in äußeren Dingen – in einer gemeinsamen Aufgabe z.B. – kommen sich Menschen am nächsten, sondern in dem, was sie untrennbar verbindet: In der Freude, im Glück, in der Liebe – und in der Sprache, die sie dazu finden. Von Jesus wissen wir: Wir sind Gott am nächsten, wenn wir den Menschen nah sind. In dieser Nähe ahnen wir etwas von dem, was unser wahres Wesen ausmacht und was uns zuletzt gemeinsam emporträgt „in ein jenseitiges Land voller Zauber und Träume“.

Allein die Liebe macht alles neu, sie vermag zu trösten und zu heilen, aufzubrechen, was verschlossen ist... Die Liebe, die wir empfangen und weitergeben, lässt uns ahnen und glauben, dass sich hinter allen Grenzen Licht und Weite auftun und unsere Träume Wirklichkeit werden: GOTT.

Manfred Reichgeld (17.08.17)


Einen Menschen haben
Im Johannes-Evangelium (5, 1-18) wird die Geschichte von den Kranken am Teich Bethesda erzählt, die auf einen Engel warten, der das Wasser bewegen soll. Wer dann als erster ins Wasser kommt, wird gesund. – Jesus spricht mit einem Kranken: „Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!“

So lange ein Kranker sagen muss: „Ich habe keinen Menschen...“, so lange sind die Bindungen der Menschen aneinander verzerrt oder zerstört. Krankheit ist dem Neuen Testament zufolge nicht eine „eigene Angelegenheit“, die jeder für sich allein zu behandeln hat.

Der Kranke am Teich von Bethesda – entfremdet von den Menschen um ihn – sagt, warum er noch krank ist: weil er keinen Menschen hat. Er ruft um Hilfe. Die Antwort Jesu ist eindeutig: Ich will, dass ihr eins seid. Überwindet alles, was euch trennt und blind macht zu hören und zu sehen. Keinen-Menschen-Haben ist eine Perversion des Lebens, das Gott euch zugedacht hat.

Durch unseren Sinn und unsere Hände kann die Vision Jesu wahr werden: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Manfred Reichgeld (30.06.17)


Pfingsten 2017

Das Brausen vom Himmel, die Erscheinung von Zungen wie von Feuer, das Reden, so dass es alle verstehen... Damals in Jerusalem – die Menschen waren erfüllt und begeistert: Sturm, Feuer, Heiliger Geist – das sind Ausdrucksformen und Bilder für innerlich Erlebtes und Ergriffensein. Wir reden auch heute ganz ähnlich, wenn wir Gefühle beschreiben.

Wir sprechen davon, dass wir jemanden bestürmen, dass jemand im Sturm erobert wird. Wir sprechen von stürmischer Liebe... Ausdrucksformen für etwas, das uns aufrüttelt, mitreißt und bewegt. - Wir sprechen davon, dass jemand Feuer und Flamme ist, dass da Feuer dahinter steht. Wir sprechen von feuriger oder brennender Liebe und loderndem Hass. Ausdrucksformen für etwas, was uns nicht kalt lässt, das unsere Gemüter erhitzt und unsere Gefühle auflodern lässt. Das ist Pfingsten.

„Und sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt.“ Hier geht es um etwas, das von uns Besitz ergreift, uns erfüllt wie mit einem heiligen Schauer, uns bewegt und aufrüttelt, uns mitnimmt. Wir werden wieder eins sein und nicht mehr getrennt durch verschiedene Sprachen. Wir werden uns wieder verstehen: Die Sprache der Liebe, der Hoffnung, des Vertrauens, der Vergebung. Das war es, was Jesus seine Jünger gelehrt hatte.

Manfred Reichgeld (31.05.17)


Handeln statt reden
Ein Mann ging am Strand entlang und sah, wie ein Junge Seesterne ins Meer warf. Millionen von Seesternen lagen dort auf dem Trockenen. „Was soll denn das groß ändern“, fragte er ihn, „wenn du immer nur einen Seestern nach dem anderen hineinwirfst?“ Der Junge hob einfach den nächsten auf und sagte: „Für den hier wird sich sehr viel ändern.“

Nicht selten stehen wir vor einer ähnlichen Situation. Was können wir schon ändern? Mit dem freundlichen Lächeln und der kleinen Hilfe bewegen wir doch nichts – und nehmen die Dinge nicht so oder so ihren Lauf? Die Antwort Jesu auf diese Frage ist eindeutig: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.“ Vor Gott zählt allein die Art der Menschlichkeit, die Blinde sehen und Lahme gehen lässt (Jes 35,5.6) – es zählt, ob wir handeln statt reden, andere mitnehmen und teilen, gemeinsam unterwegs sind und die leeren Worte mit Leben füllen.

Unserem Zögern und unserer Mutlosigkeit stellt Jesus entgegen: Wer gibt und teilt, dient und sich einsetzt, mutiger zu hoffen und intensiver zu lieben wagt, wird alles gewinnen. – Bildlich gesprochen und der kleinen Geschichte zufolge: Jesus möchte, dass wir die auf dem Trockenen liegenden Seesterne ins Wasser zurückwerfen – auch wenn es nur wenige sind.

Manfred Reichgeld (25.04.17)


Ostern 2017

Zu allen Zeiten haben Menschen gefragt: Warum der Tod... und was ist Auferstehung? „Die Antwort finden wir im Johannes-Evangelium: Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“

Am leeren Grab sagte der Engel zu den Frauen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ Mit Salböl und Tüchern sind die Frauen zum Grab gekommen. Sie gehen mit einem Auftrag und einer großen Hoffnung.

Mit der Auferstehung ist es wie mit einem Weizenkorn. In die Erde gelegt geht nach Tagen des Wartens die Saat auf. Frisch und hell leuchten die grünen Halme. Das haben die Frauen mit dem inneren Auge ihrer Seele gesehen, es gibt ein neues Leben nach dem Tod. Jesus lebt, weil seine Zeichen und Worte unvergesslich und ewig sind. Die Trauernden stehen auf zu neuem Leben und der, der gegangen ist, lebt weiter durch sie.

Durch die Hingabe Jesu verwandelt sich die Welt. Er stirbt für uns. Die Frucht seines Lebens ist unser Leben. Jesus stirbt aus Liebe und lässt uns verwandelt, gesegnet und versöhnt zurück. Seine Auferstehung durch den Tod hindurch ist auch unsere Auferstehung.

Manfred Reichgeld (03.04.17)


Freude

Freude – ein befreiendes Lebensgefühl, eine helle oder heitere Stimmung – bezogen auf eine angenehme Situation, eine Person oder Erinnerung...

Die Bibel stellt die Freude an Gott als Quelle der Kraft dar, als ein göttliches Prinzip, das alles Leben bewegt und voranbringt. In der Freude, die wir erleben und mit anderen teilen, finden wir das innere Gleichmaß, das uns zu uns selbst kommen lässt.

Wo die Fähigkeit erlischt, noch irgendetwas als erfreulich wahrzunehmen, schwindet die Bereitschaft zum Gespräch und zur Anteilnahme und schließlich jede Aktivität. Man kann daran erkennen, wie die Freude für alles menschliche Zusammenleben unentbehrlich ist. Wo sie fehlt, gelingt nichts mehr.

Nur kann man sich zur Freude nicht zwingen oder sie sonst- wie herbeiführen. Freude wächst auf dem Boden des Beschenktseins, dem Wahrnehmen dessen, dass und wie wir beschenkt sind. Über Zeit und Raum hinaus beschenkt sind wir mit dem, was uns Jesus anbietet. Ob uns seine Frohe Botschaft als befreiendes Lebensgefühl erreicht, entscheiden wir selbst – zuerst dadurch, dass wir tiefer vertrauen und mutiger zu hoffen wagen.

Manfred Reichgeld (08.03.17)

Die Welt ist voller guter Ideen.
Lass sie wachsen.

Da sind sie, die unzähligen guten Ideen, die als Schmetterlinge das All beflügeln, sich sammeln und, auf die rechte Bahn gebracht, aufblühen im Blumenmeer, wo sie das Zentrum des Universums umkreisen.
Sie reihen sich in den unendlichen Corso aller genialer kreativer Gedanken, die je ersonnen worden sind, ein und animieren dazu, sich am globalen Ideenwettbewerb zu beteiligen.
Positive Energien durchkreuzen den Fixstern. Ein Blütenherz erfüllt die Erde. Der Geist der Vollkommenheit und des Friedens überstrahlt die Szenerie in seiner Heiligkeit.
Heinz M. Müller Jan. 2017

Auf ein Wort - 2017

Handeln statt reden

Ein Mann ging am Strand entlang und sah, wie ein Junge Seesterne ins Meer warf. Millionen von Seesternen lagen dort auf dem Trockenen. „Was soll denn das groß ändern“, fragte er ihn, „wenn du immer nur einen Seestern nach dem anderen hineinwirfst?“ Der Junge hob einfach den nächsten auf und sagte: „Für den hier wird sich sehr viel ändern.“

Nicht selten stehen wir vor einer ähnlichen Situation. Was können wir schon ändern? Mit dem freundlichen Lächeln und der kleinen Hilfe bewegen wir doch nichts – und nehmen die Dinge nicht so oder so ihren Lauf? Die Antwort Jesu auf diese Frage ist eindeutig: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.“ Vor Gott zählt allein die Art der Menschlichkeit, die Blinde sehen und Lahme gehen lässt (Jes 35,5.6) – es zählt, ob wir handeln statt reden, andere mitnehmen und teilen, gemeinsam unterwegs sind und die leeren Worte mit Leben füllen.

Unserem Zögern und unserer Mutlosigkeit stellt Jesus entgegen: Wer gibt und teilt, dient und sich einsetzt, mutiger zu hoffen und intensiver zu lieben wagt, wird alles gewinnen. – Bildlich gesprochen und der kleinen Geschichte zufolge: Jesus möchte, dass wir die auf dem Trockenen liegenden Seesterne ins Wasser zurückwerfen – auch wenn es nur wenige sind.

Manfred Reichgeld (12.01.17)

Auf ein Wort - auch 2016

Weihnachten 2016

„Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude“ (Lk 2,10). Das sind die Worte des Engels an die Hirten vor Bethlehem und an uns. - Es gibt sie die kleinen und großen Ängste, die verlorenen und enttäuschten Hoffnungen, die Angst vor Krankheit und Schmerz, vor Misserfolg und Einsamkeit... vor dem Tod. Und dennoch heißt es: „Fürchtet euch nicht.“

Es gibt jemanden, der stärker ist als alles, was uns gefährdet und bedroht: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1,1-19), das ‚Licht der Völker’, mit dem ‚der neue Tag’ begann, der niemals endet – nicht hier und nicht jenseits von Zeit und Raum. „Alle Enden der Erde schauen Gottes Heil“ (Jes 52,10). Von dieser Hoffnung leben wir: In Jesus sind Gott und die Menschen eins geworden.

Wir werden die Stürme und Anfechtungen des Lebens bestehen, wenn wir dem vertrauen, der von sich selbst sagt: „Ich bin die Wahrheit und das Leben.“ – Mit der Geburt Jesu in Bethlehem wurden uns alle Türen geöffnet, in der Liebe Gottes das zu finden, was wir in unserer unfertigen Welt vergeblich suchen. Ob wir die Einladung annehmen, nicht „draußen vor der Tür“ zu bleiben?



Manfred Reichgeld (09.12.16)


Über den Tag hinaus

Wenn uns in den unterschiedlichen Situationen des Lebens die Härte der äußeren Wirklichkeit trifft - Kälte, Dunkelheit und verlorene Hoffnungen -, redet Gott am deutlichsten in uns (in unserem Herzen).

Die Sehnsucht des Menschen nach der Zeit und dem Raum hinter allen Grenzen und die unbedingte Hoffnung darauf lässt uns die verborgenen Sprachen zwischen Himmel und Erde mehr und mehr verstehen und die Wirklichkeit in und um uns mit anderen Augen sehen. Diese Sehnsucht nach dem Unendlichen trägt nichts Unwirkliches in sich und nichts, was unserer Natur und göttlichen Bestimmung entgegenstünde.

Wie die Schwalben im frühen Herbst die Sehnsucht nach der grenzenlose Weite der Meere und Berge überkommt, vermag uns der Blick über den Tag hinaus auf einen neuen Weg zu bringen, auf dem sich Dunkelheit und Kälte wandeln in Licht und Wärme.

„Wandeln“ meint nicht, dass Gefahren und Hindernisse auf unseren Wegen wie von selbst verschwinden, „wandeln“ meint, vor Hindernissen nicht stehen bleiben, mutiger zu hoffen wagen, mehr vertrauen und gemeinsam unterwegs sein. – Der Weg, den wir gehen, ist wichtig. Ein Ziel ohne eigenen Weg gehört uns nicht.

Manfred Reichgeld (07.11.16)


Aber nur eines ist notwendig

Im Lukas-Evangelium (10, 38-42) fragt eine Frau Jesus, den sie und ihre Schwester zum Essen eingeladen haben: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt?“ Jesus antwortet: „Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.“

Zu meinen, Jesus erachte die „täglichen Sorgen und Mühen“ gering und rede statt dessen „den großen Visionen“ das Wort, erscheint ganz unbegründet. Die täglichen Dinge des Lebens sind wichtig und notwendig – aber darin können wir uns auch verlieren, und das allemal Wichtigere, mit Händen nicht greifbar, bleibt womöglich gar nicht oder zu wenig bedacht.

Dass Jesus auf die genannte Frage so und nicht anders antwortet, wissen wir auch aus anderen Begebenheiten, wo es ganz ähnlich darum geht, nicht zu messen und zu vergleichen, sondern über den Tag hinauszublicken, das Unsichtbare zu sehen und die verborgenen Sprachen zwischen Himmel und Erde zu hören.

Der Tisch, an dem wir uns zusammenfinden und gemeinsam essen, weist über sich hinaus, wenn wir nicht zuerst darüber sprechen, mit welcher Mühe wir die Speisen „und das alles“ vorbereitet haben. – Auch hier gilt: Wir dürfen sein, was sich in uns entfaltet – auf eigenen Wegen und in dem, was wir frei entscheiden. Das ist der neue Anfang, den uns Jesus anbietet.

Manfred Reichgeld (28.09.16)



Glauben

Deo credere
(glauben, dass wahr ist, was Gott sagt)
Deum credere (glauben, dass ER Gott ist)
in Deum credere (glaubend lieben, glaubend Ihm anhangen)
(Augustinus)

Ich glaube dir ... – darin drückt sich ebenso uneingeschränkt wie vorbehaltlos aus: Ich glaube, dass es sich so verhält, wie du es gesagt hast. Der relativierende Zusatz: Ich bin mir nicht ganz sicher (oder ähnlich)... meint nicht „glauben“ im eigentlichen Wortsinn, sondern sagt letztlich: Ich glaube (dir) nicht...

„Ich glaube an den Gott des Lebens und der Liebe und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn.“ Damit sagen wir auch: Gott hat sich den Menschen in einer ihnen vernehmlichen Weise offenbart. Wir glauben: In Jesus Christus ist das Wort Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. In ihm haben wir Anteil an der göttlichen Wahrheit, durch ihn und mit ihm gehen wir dem entgegen, was uns als Vollendung jenseits von Zeit und Raum zugedacht ist.

Es bleibt die Frage, wie göttliche Rede/Offenbarung die Menschen „konkret“ erreicht. Es gibt keine genauere Antwort als die von Thomas von Aquin: Offenbarung bedeutet die Mitteilung eines geistigen inneren Lichtes, wodurch die menschliche Erkenntnis befähigt wird, etwas zu gewahren, das ihr sonst verborgen bliebe. – Simone Weil berichtet von sich selbst, sie habe die Christuswahrheit angenommen, als sie auf dem Gesicht eines jungen Kommunikanten erschüttert die Nähe Gottes aufleuchten sah.

Das Innerste des Offenbarungsgeschehnisses ist der göttliche Mitteilungsakt selbst; der aber bleibt aller menschlichen Erkenntnis und der anschaulichen Vorstellung unzugänglich.

Manfred Reichgeld (05.09.16)



Alles kann, wer glaubt

Im 9. Kapitel des Markus-Evangeliums (Mk 9,14-29) wird erzählt, dass ein Mann mit seinem kranken Kind zu Jesus kam und ihn anflehte: „Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns. Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt.“

Nicht unerklärliche oder magische Kräfte bewirken das Heilwerden an Leib und Seele. Die einzige Kraft, die Jesus für wirksam hält, ist die Kraft des Glaubens und des Vertrauens, das er (von Gott her) jeder Form menschlicher Not entgegenbringt.

Die heilenden und aufhelfenden Wendungen in Leid und Not hängen nicht von uns selbst ab. Nichts, außer dem Vertrauen, dass Gott an uns barmherzig handelt, steht in unserer Macht. “Alles kann, wer glaubt.“ Wir werden die Stürme und Wogengänge des Lebens bestehen, wenn wir dem folgen, der uns auf seinen Weg einlädt und von sich sagt: „Ich bin die Wahrheit und das Leben.“

Manfred Reichgeld (15.07.16)



Regenbogen

„Ein schützendes Dach, eine helle Brücke, ein Tor über Himmel und Erde. Gottes Bogen in den Wolken, ein Bogen der Freude und der Freundschaft.“ So beschreibt Hubertus Halbfas den Regenbogen, von dem der Kinderlyriker Josef Guggenmos in einem Gedicht ebenso bildhaft sagt: „So herrliche Farben kann keiner bezahlen, sie über den halben Himmel zu malen.“

Der Regenbogen – ein Zeichen für Gottes Bund mit den Menschen und seit Alters her ein Bild dafür: Gott und die Erde sind eins. Als Licht- und Farbbogen, der auf der Erde beginnt, den Himmel berührt und auf der Erde endet, bewundern wir das Naturphänomen: „Ihn malte die Sonne mit goldener Hand auf eine wandernde Regenwand“ (J.G.).

Aus großer Höhe betrachtet, sieht der Regenbogen in Form und Farben ganz anders aus. Ein doppelter Ring, rund und vollkommen, zugleich geheimnisvoll und über das Sichtbare hinausweisend: Innen mit Violett beginnend, über Indigo und Blau zu Grün, Gelb und Orange bis zu einem warmen Rot und von dort wieder alle Farben durchwandernd bis zum anfänglichen Violett.

Vielleicht lässt uns der alles überstrahlende „Licht- und Farbenkreis“ und der Regenbogen als ein Teil davon etwas mehr von dem ahnen, wenn die Bibel davon spricht, dass Gott in unzugänglichem Licht wohne und er selbst das wahre Licht sei.

Manfred Reichgeld (29.06.16)



Du bist mein

„Es war einmal...“, so beginnen die Märchen, die wir aus unseren Kindertagen kennen. Wenn wir über Jesus und die Texte der Evangelien sprechen, sagen wir nicht „Es war einmal“. Wir sprechen so, als wäre Jesus gegenwärtig... und in dem, was er sagt, ist nichts vergangen oder „aus alter Zeit“ wieder hervorzuholen. – „Ich bin bei euch alle Tage“ (Mt 28,20)...

Von Jesus und über ihn wurde immer „präsentisch“ gesprochen. Die Texte des Neuen Testaments sind Texte des „mitlaufenden Anfangs“ – zeitlos gültig ... und nichts in ihnen ist vorläufig oder begrenzt. Von daher stellt sich nicht die Frage: „Was hatte Jesus damals – vor 2000 Jahren – zu sagen? Die Frage lautet vielmehr: „Was bedeutet (z.B.) „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6)“ für mich ganz konkret jetzt und hier?

Wir kennen den Weg Jesu und das, was er zum Leben sagt. Ob wir diesem Angebot so oder so folgen, entscheiden wir selbst. Zur Freiheit sind wir berufen – so wie die Menschen damals in Judäa und Jerusalem. - Jesus sagt: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein“ (Jes 43, 1-7). In dem, wie wir dazu stehen, entscheidet sich unser Leben.

Manfred Reichgeld (13.06.16)



Wahr und wirklich

Was ist wahr? Was ist wirklich? Neben anderen sind das die Fragen, denen wir in ganz unterschiedlichen Situationen unseres Lebens nachgehen und auf die wir je und dann Antworten finden, nicht selten ohne die letzte Sicherheit, die wir suchen.

Wir glauben, dass der Gott des Lebens und der Liebe wahr und wirklich ist, wohl „wissend“, dass diese Wirklichkeit unserer Träume und Hoffnungen – so paradox das erscheinen mag – wirklicher ist als die reale, greifbare Wirklichkeit, die uns umgibt und die wir als solche wahrnehmen.

In der Nacht das Licht sehen und die verborgenen Sprachen zwischen Himmel und Erde zu hören, ... ist für unser Verständnis von uns selbst wirklicher als das äußerlich Sichtbare und alle Erklärungsbilder, die unseren “Wahrnehmungen des Herzens“ entgegenstehen.

Das Problem besteht nicht darin, eine nicht sichtbare Wirklichkeit als real und gegeben anzunehmen, sondern in unseren Visionen und Hoffnungen das widerlegt zu sehen, was wir „wirklich“ nennen. Anders formuliert: Unser Glaube an Gott hilft uns, die Welt und die Stellung der Menschen in ihr zu verstehen und entsprechend zu handeln – trotz aller Grenzen, dem Leid und der seelischen und materiellen Armut, die uns umgeben.

Manfred Reichgeld (30.05.16)



Wer in mir bleibt...

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ Das ist die Antwort Jesu auf die Frage: Welchen Weg soll ich gehen – und auf welches Ziel hin soll ich unterwegs sein?

Die Antwort ist eindeutig: Wer in mir bleibt, der bringt reiche Frucht... In diesem sehr schönen Bildwort sagt Jesus auch: Ihr seid nicht allein auf eurem Weg, auch dann nicht, wenn ihr vor Hindernissen und an Abgründen steht, müde werdet oder nicht mehr weiter wisst. Wohin ihr auch geht, ich bin bei euch alle Tage.

Wenn die Reben vom Weinstock getrennt werden... – wir wissen, was dann geschieht: Von Minute zu Minute mehr schwindet alles Leben, das Holz verdorrt und zu nichts mehr nütze, wird es ins Feuer geworfen.

„Denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ Das ist ein Angebot des Lebens und der Liebe, zu dem wir ja oder auch nein sagen können. Niemand drängt uns, uns so oder anders zu entscheiden.

Manfred Reichgeld (09.05.16)


ER sah ihn an

Im Markus-Evangelium (10, 46-52) ist die Heilung des blinden Bartimäus die letzte Wunderheilung Jesu auf dem Weg nach Jerusalem vor seiner Passion und Auferstehung. – „Herr, ich möchte wieder sehen können!“ Was sonst kann ein Blinder in der ihn endlos umgebenden Nacht sich wünschen! Jesus antwortet ihm: „Geh, dein Glaube hat dir geholfen.“ Und der, der sogleich sehen konnte, folgte ihm auf dem Weg.

Der eigentliche Sinn dieser Episode liegt nicht in der Antwort auf die Frage, ob wir eine solche Wunderheilung noch in unserer Wirklichkeit unterbringen können, vielmehr darin, dass wir das Jenseitige im Diesseitigen „verstehen“ und entsprechend handeln, d. h., vertrauen in die (auf-)helfenden und heilenden Gaben des Himmels. Die, die dabei sind, sehen, wie „die Dinge“ äußerlich erscheinen. Der Blinde, der das Geheimnis sieht, mehr zu hoffen und zu vertrauen, wagt und wird nicht abgewiesen, ist der eigentlich Sehende.

Schon in der altchristlichen und byzantinischen Kunst wurden die Heilungswunder an Blinden immer auch metaphorisch verstanden und entsprechend abgebildet: Christus bringt das Licht in unsere Welt durch die befreiende Kraft seines Evangeliums. Erleuchtet und sehend wird der „innere Mensch“ – und damit heil an Leib und Seele.

Der blinde Mann von Jericho,
der kann nun wieder sehn.
Der Lahme aus Jerusalem,
der kann nun wieder gehn.

ER sah sie an mit seinem Blick
und nahm sie bei der Hand.
ER sprach dabei ein neues Wort,
wie keiner sprach im Land.

(nach Wilhelm Willms; bearbeitet)

Manfred Reichgeld, 08.04.16


Ostern – das Fest des Lebens
Mit der Auferstehung Jesu ist der Kreislauf von Stirb und Werde für immer unterbrochen und der Tod in all seinen Erscheinungen überwunden – die vermeintlich „ehernen Gesetze“ (Goethe) gelten nicht mehr. In sprachlichen Bildern versuchen wir uns ein wenig diesem Geheimnis zu nähern: Gott hat Christus zu sich erhöht und ihm einen Namen gegeben, der größer ist als alle Namen.

Die Evangelien sagen, der auferstandene Christus sei den Jüngern erschienen – doch zunächst erkennen sie ihn nicht. Nur wo ER das Sehen gibt, wird er gesehen, man berührt ihn und doch ist er unberührbar, er ist derselbe und doch ganz anders. Auferstehung ist kein Zurückkehren in irdisches Leben, sondern Auferstehen in das Leben Gottes. Diese Wahrheit sehen die Augen des Glaubens, für die so das Unsichtbare sichtbar wird.

Am leeren Grab sagte der Engel zu den drei Frauen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ Anders formuliert: Christus hat die Himmel durchschritten und sitzet zur Rechten Gottes. – Auferstehung ist ein Geschehen in Gott, ein Mysterium des unzugänglichen göttlichen Lebens, nicht zu sehen mit unseren äußeren Augen, aber doch wahr und wirklich.

Ostern – das Fest des Lebens: Jesus lebt – und mit ihm leben auch wir.
Manfred Reichgeld (15.03.16)


Zwischen Angst und Vertrauen
Im Matthäus-Evangelium (14, 22-33) wird erzählt: Als die Jünger in der Nacht mit einem Boot auf dem Meer waren, kam ihnen Jesus über das Wasser entgegen. Da sie ihn nicht erkannten, erschraken sie und schrieen vor Angst. „Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht“ (14,27).

„Ich bin“ sind die Worte, mit denen im Alten Testament sich Gott zu erkennen gibt – als der Grund unseres Daseins und als Ort des Vertrauens, wenn wir Zuflucht und Halt suchen in den Stürmen und Wogengängen unseres Lebens. Als Petrus Jesus erkennt, bittet er ihn, es ihm gleich zu tun und über das Wasser zu ihm zu kommen: „Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus und ergriff ihn...“ (14, 29-32).

Die Geschichte erzählt auch von unserem Leben: Es gibt keinen sicheren Grund unter unseren Füßen. Was uns als vergeblich, vergänglich und zerbrechlich entgegentritt, überwinden wir nur, wenn wir auf den schauen, der vom anderen Ufer auf uns zukommt und seine Hand nach dem Ertrinkenden ausstreckt.
Manfred Reichgeld (23.02.16)


Was für uns gut ist
In ganz unterschiedlichen Situationen unseres Lebens, in unserer Not und unserem Leid, neigen wir dazu, Gott bestürmen zu müssen, dies und jenes zu tun – in der Annahme, genau zu wissen, was für uns gut ist – wenn nur Gott es auch wüsste...

Wie niemand sonst weiß Gott, was für uns gut ist – auch wenn wir nicht verstehen, warum Leid und Schmerz je und dann nicht enden wollen, warum unsere Hoffnungen sich nicht selten als durchsichtig und fern der Wirklichkeit erweisen, ... Gott verlässt uns nie; er ist uns immer nahe - und nicht erst, wenn wir ihn rufen.

Was uns als nichtig, leer und sinnlos-schmerzhaft erscheint, lässt sich allein in der Gewissheit ertragen, dass am Ende alle Tränen getrocknet sind und wir Gottes gewahr werden so wie es Jesus in Galiläa und Jerusalem gelehrt hat: „Du bist mein geliebter Sohn.“

Auf die Unwägbarkeiten und Gefahren in unserem Leben haben wir nur einen begrenzten Einfluss. Anders auf das, was in uns selber vor sich geht und wie wir – glaubend und hoffend – zu Gott stehen. Darin entscheidet sich unser ganzes Leben.
Manfred Reichgeld (12.01.16)

Ostern entgegen

Amor est magis cognitivus
quam cognito.

Die Liebe ist weit erkenntniskräftiger
als die Erkenntnis (selbst).
Umberto Eco

Vertrauen und Zuversicht

Wir werden uns dem Geheimnis Gottes nicht nähern, indem wir nach „fotografischen Beweisen“ und Erklärungen für die Welt suchen... – wohl aber darin, dass sich unser Glaube in der Frage begründet, wo sich für Menschen Orte von Geborgenheit, von Liebe, von Vertrauen und Zuversicht gegenüber dem Tod finden lassen...


Es bleibt die Hoffnung

Wenn Menschen von Reife zu Reife sich selber wahrnehmen und den eigenen und den fremden Tod als unerklärlich und bedrohlich empfinden, bleibt die Hoffnung, dass der Gott der Liebe nicht das im Tod belässt, was er ins Leben rief. Dafür steht die Zusage Jesu: Wo ich bin, da werdet auch ihr sein.


Licht hinter allen Grenzen

Was wird sein...? Wir wissen es nicht. Und wenn wir es wüssten, was wäre gewonnen? Unsere Einstellung zum Tod hat mit der Liebe zu tun, die wir als höchstes Glück selber erfahren und weitergeben. Zu lieben und geliebt zu werden, lässt uns das Licht und die Weite erahnen, die wir hinter allen Grenzen glauben.


Sehnsucht nach Unendlichkeit

Es gehört zum Wesen des Menschen, tief in sich die Sehnsucht nach Unendlichkeit zu spüren... – Für jemanden, der leidet - z.B. -, ist das Leid ein „Beweis“, dass es etwas anderes geben muss: Freude, Glück und Licht und Weite hinter allen Grenzen. Ist es nicht so, dass letztlich der Glaube an die Unsterblichkeit uns erst zur Liebe befähigt?


Auferstehen

Die Auferstehung Jesu in das Leben Gottes verheißt, dass Gott in Ewigkeit möchte, dass wir sind. – Nur dieses irdische Leben, ohne Hoffnung über den Tag hinaus... anders müssten wir leben und alles tun, um uns die Gedanken an den Tod aus unserem Denken zu vertreiben.


Vollendung

Was für Jesus, „den Ersten der Entschlafenen“ (1 Kor 15,20), gilt, gilt für alle, die nach ihm kommen: Auferstehen in das Leben Gottes heißt: das irdische Leben des Menschen hat eine ewige Zukunft. – Mit den Spuren, die wir in der Welt hinterlassen, mit der Geschichte unseres Lebens – und nicht losgelöst davon – gehen wir der Vollendung in der göttlichen Liebe entgegen.


Jesus lebt

Der Versuch, das Unbegreifliche in einer abstrakten Farblithographie (Alfred Manessier: „Auferstehung“) sichtbar zu machen: Eine explodierende Sonne... im Zentrum zu hellster Leuchtkraft verdichtet... die Reste von Schwere und Dunkelheit und die letzten Spuren des Sichtbaren werden aus sich herausgeschleudert ... Neues und für immer Bleibendes entsteht – von unvorstellbarer Kraft und Wirkung: Der Tod ist nicht mehr. Jesus lebt.

(Manfred Reichgeld)

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Jesus,
den Ausländer,
der bei vielen von uns nicht mehr willkommen ist,
weil sie in ihrer Enge erstarren
und Angst um das Ersparte haben.
Ich hoffe aber,
dass die Liebe größer ist als Angst und Hass.
(Heinz M. Müller)



Den Schatz finden

„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und er kaufte den Acker“ (Mt 13, 44f). – Wir wissen, was Jesus in diesem Gleichnis seinen Jüngern damals und uns heute anbietet.

Ein bisschen dafür sein, abwarten, relativieren und abwägen, ... das mag in entsprechenden Situationen unserer täglichen Erfahrung sinnvoll oder auch geboten sein – das meint Jesus nicht. Wenn wir den Schatz entdeckt haben, dann gibt es im weiteren keine Alternativen: Der Mann verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

Auch wenn es uns nicht gelingt, wie Franz von Assisi oder Mutter Teresa „alles zu verkaufen“... wir sind auch „in den kleineren Dingen des Lebens“ auf dem Weg Jesu: Der Mann, der seine an Demenz erkrankte Frau seit Jahren liebevoll pflegt und betreut, hat den Schatz im Acker gefunden... er ist Gott und den Menschen nah...

Mt 13, 44f mag uns daran erinnern, dass dem „Finden“ (und dem Ankommen) ein nicht zufälliges oder beliebiges Suchen vorausgeht.
Auf der anderen Seite, auch wenn wir den "Schatz" nicht suchen, haben wir ihn ein für allemal schon gefunden - in der Zusage Jesu: "Wohin ihr auch geht, ich bin bei euch alle Tage". Es sind Augenblicke des Ergriffenseins, wenn uns die Liebe und das Glück begegnen und unsere Hoffnung nähren, beschenkt zu sein über Zeit und Raum hinaus.
Manfred Reichgeld(05.01.15)

Und immer fromm und artig sein!
( wie das Bonnefanter-Männchen )

Belächeln wir nicht, wenn wir ehrlich sind,
diese Aufforderung, die uns zu Vorgestrigen macht?
Heute zählen scheinbar nur Macht, Geld und Leistung.
Doch wenn wir uns selber nicht in den Fokus der Wichtigkeit rücken,
sondern uns niederknien, kleinmachen und zurücknehmen,
erwachsen aus dieser Haltung der Demut neue Stärke und wahre Größe.
Wir sehen nun den Himmel über uns,
sehen Gott (als Kind in der Krippe),
einen Gott, der sich herablässt, um zu dienen, . . . . . . mit uns zu dienen.
Heinz M. Müller

Heinz M. Müller

Mit jeder Geburt wird Gott Mensch,
kommen Hoffnung und Liebe erneut in unsere Welt.
Jeder Mensch trägt göttliches Potenzial in sich,
das erkannt, geweckt und zum Wohl der Menschheit
eingesetzt werden will. (H.M. Müller)